Logischer Aufbau des Verfahrens

Clearingcenter

Die vielfältigen, sich erweiternden Anforderungen an einen elektronischen Datenaustausch im Pressehandel können nur durch ein zentrales Clearingcenter erfüllt werden. Dieses stellt die Kommunikationsschnittstelle für alle am Verfahren teilnehmenden Partner dar. Im Clearingcenter steht jedem Partner je eine Mailbox zur Verfügung, in die er Daten abliefert und aus der er Daten empfängt. Das Clearing-Center sorgt über eine eindeutige Adressidentifizierung für die Weiterleitung der eingestellten Daten in die Mailbox der Datenempfänger. Die Mailboxtechnik erlaubt die Kommunikation eines jeden Partners mit jedem anderen Partner. Das betrifft in erster Linie die Kommunikation vom Handel zu den Verlagen und von den Verlagen zum Handel. Es können aber auch Informationen innerhalb des Handels oder innerhalb der Verlage ausgetauscht werden. Am Verfahren interessierte neue Partner sind durch den Anschluss an das Clearingcenter sofort in der Lage, die Kommunikation mit allen anderen Partnern aufzunehmen. Die Kommunikation der Partner über das EDI-PRESS-Verfahren erfolgt nach dem "Store and Foreward"-Prinzip. Ein Partner stellt Daten für einen oder mehrere Partner in seine Mailbox. Das Clearingcenter leitet die Daten sofort in die Mailboxen der Empfänger weiter. Die Empfänger der Daten holen sich zu beliebigen Zeiten alle Daten ab, die sich bis dahin angesammelt haben. Die Abholung kann interaktiv oder beliebig zeitgesteuert erfolgen.

Moderne jederzeit weiterentwickelbare Technik

Die EDI-Technik als auch das EDI-PRESS-Verfahren sind so ausgelegt, dass sie in einem sich wandelnden technischen und vertrieblichen Umfeld problemlos anpassbar sind. Gleichzeitig garantiert das geschlossene Verfahren ein Höchstmaß an Sicherheit vor missbräuchlicher Nutzung der ausgetauschten Daten durch Dritte. Auf Basis der Kommunikationstechnologie definiert das EDI-PRESS-Verfahren vertriebliche Kommunikationsinhalte, die durch das gewählte Adressierungsverfahren erweiter- und änderbar sind. Das EDI-PRESS-Verfahren stellt zwei Möglichkeiten der Adressierung zur Verfügung:

  • Direkte Adressierung

    Jeder zu übermittelnde Datensatz ist an einen konkreten Partner adressiert. Das Clearingcenter leitet den Datensatz unmittelbar in die Mailbox des Adressaten.

 

"Standard-Formate" und "Freie Formate"

EDI-PRESS definiert Standard-Formate und Freie Formate. Standard-Formate beschreiben Kommunikationsinhalte, die von allen Partnern des Verfahrens genutzt werden. Die Kommunikationsinhalte sind fest definiert und abgestimmt. Für Freie Formate gibt das EDI-PRESS-Verfahren lediglich den formalen Aufbau der Adressierung vor. Die Kommunikationsinhalte können zwischen den Nutzern der Freien Formate frei geroutet werden.

Unterstützung von Dringlichkeitsinformationen

Für zeitlich kritische Informationen wird das "Store and Forward"-Prinzip durch Maßnahmen zur Unterstützung der Dringlichkeit ergänzt. Dringende Nachrichten können als solche gekennzeichnet werden. Ist eine dringende Nachricht nicht innerhalb einer Stunde abgeholt, so geht ein Fax an den Empfänger mit der Nachricht, dass dringende Daten zur Abholung bereit liegen.

Technik

Die Clearingdienstleistung wird im Rechenzentrum der Firma POET in Karlsruhe erbracht. Jeder Teilnehmer kann seine Mailboxen über den EDI-Server und die Kommunikationsverbindungen erreichen. Als Kommunikationsverbindungen werden vornehmlich WAN Verbindungen über das Internet verwendet. Der EDI-Server stellt die Kommunikation mit dem Clearingcenter sicher.

EDI-Server (Clientsoftware)

Der EDI-Server sendet Daten an das Clearingcenter und empfängt Daten von dem Clearingcenter, der Aufbau der Kommunikationsstrecken, die Datenübertragung und der Abbau der Kommunikationsstrecke wird automatisch durch den EDI-Server vorgenommen. Zu sendende Dateien werden nach Empfängermailbox gesplittet, in ein EDI-Format konvertiert. Empfangene Dateien werden in das EDI-PRESS-Format konvertiert. · Der EDI-Server protokolliert alle durchgeführten Datentransfers. Der EDI-Server archiviert empfangene Daten und räumt das Archiv nach konfigurierbaren Regeln auf. Der EDI-Server kann manuell, aber auch über eine Zeitsteuerung betrieben werde. Der EDI-Server läuft auf PC-Systemen unter 32/64 Bit Windows.

Der EDI-PRESS-Server (Clientsoftware)

- Überblick zur Funktionsweise des Servers

Der EDI-Server dient der Anbindung eines bereits vorhandenen EDV-Systems, im folgenden allgemein mit Host oder Inhouse-System bezeichnet, an das Clearingcenter. Im Clearingcenter kann ein eingetragener Benutzer EDI-Dokumente in ein für ihn eingerichtetes Mailboxfach einstellen und wiederum aus einem für ihn eingerichteten Mailboxfach Dokumente abholen. Die Kommunikationsverbindungen werden jeweils von den Teilnehmern aufgebaut, das Clearingcenter verhält sich passiv. Die EDI-Server-Software läuft auf einem PC, der der Inhouse-Anwendung vorgeschaltet ist. Er führt beim Senden und Empfangen von EDI-Dokumenten im wesentlichen drei Verarbeitungsschritte durch:

Senden:

1. Die zu versendenden EDI-Dokumente werden per Filetransfer vom Inhouse-Anwendungssystem abgeholt.
2. danach konvertiert, archiviert etc.
3. und anschließend komprimiert per DFÜ zum Clearingcenter übertragen.

Empfangen:

1. Die EDI-Dokumente werden per DFÜ vom Clearingcenter abgeholt.
2. danach dekomprimiert, rückkonvertiert, archiviert etc.
3. und anschließend per Filetransfer im Inhouse-Format dem Inhouse-Anwendungssystem zur Verfügung gestellt.

Systemvoraussetzungen

Hardware: Windows-PC mit mind. 1 GB freien Plattenspeicher für EDI-PRESS, 
Software: Windows; ist ein Filetransfer zu einem Host (nicht PC-Netzwerk) einzurichten, so ist ggf. ein Standard-Filetransferprogramm bereitzustellen.

Kommunikation

Der EDI-Server unterstützt IP Internet via SSL Verbindungen, optional kann auch eine Proxy konfiguriert werden.

Inhouse-Kommunikation

Die Kommunikation zwischen dem EDI-Server und den nachgelagerten internen Systemen obliegt den jeweiligen Teilnehmern. Der EDI-Server unterstützt dazu den Einbau einer Filetransfer-Software.

Hinweis zur Aufrechterhaltung des Betriebes bei Systemänderungen

Sorgen Sie bitte sowohl bei Hardware- als auch Softwareinstallationen auf dem Produktionsrechner dafür, dass vor und nach den Eingriffen der Rechner gesichert und die Funktionsfähigkeit in der von Ihnen jeweils genutzten Umgebung nachgewiesen wird. Beispiele für Eingriffe sind: der Ein-/Umbau von Hardware bzw. die Installation anderer Kommunikationssoftware für Banken, T-Online oder andere.